Folge 1: Lexion – Basisfunktionen

Technische Daten

  • Mähdreschermodell im Maßstab 1:32
  • Abmessungen LxBxH: 285 x 125 x 127 mm (ohne Vorsatzgerät)
  • Länge Anhänger: 417 mm
  • Gewicht: 1738 g
  • Antrieb
    • 2 Standardservos (als Endlosgetriebe)
    • jedes Antriebsrad einzeln gefedert
    • per Software simulierte Massenträgheit
  • Lenkung
    • Pendelachse (war bereits im Originalmodell vorhanden)
    • Antrieb: Standardservo
    • per Software simulierte maximale Lenkgeschwindigkeit
  • Antrieb Kupplung: Servogetriebe mit Strombegrenzung & mech. Endanschlägen
  • Stromversorgung: 3S LiPo 1500mAh
  • Fernsteuerung und Sonderfunktionen: 2,4GHz, Eigenbau auf der Basis von XBees & Atmel AVR

Das elektrische Differential: Zwei Motoren für zwei Räder

Oft ist bei einfachen ferngesteuerten Modellen in kleineren Maßstäben wie 1:32 oder 1:43 als Antrieb eine Starrachse eingebaut. Typischerweise ist dies bei einem PKW-Modell die Hinterachse. Diese wird mit einem Getriebemotor angetrieben und das Moment wird über zwei Räder übertragen. Das funktioniert bei Geradeausfahrt und auch noch bei langgezogenen Kurven ganz gut. Doch bei engen Kurven ist das ungünstig. Die beiden Räder der Starrachse können nicht unterschiedlich schnell drehen. Es fehlt ein Drehzahlausgleich, z.B. in Form eines Differentialgetriebes.

Für den Lexion sollten die Vorderräder angetrieben werden. Ein Mähdrescher wird über die Hinterachse gelenkt. Drehzahlausgleich sollte möglich sein, um gute Fahreigenschaften in engen Kurven und beim Rangieren zu erhalten. Da ein mechanisches Differential in 1:32 aber relativ aufwendig ist, wurde hier ein anderer Weg gegangen. Jedes Antriebsrad erhält einen eigenen Getriebemotor in Form eines modifizierten Servos. Die Motoren sind in Serie verschaltet. So ergibt sich automatisch die richtige Wirkung!

Realistisches Beschleunigen/Bremsen (Massensimulation)

Um die Fahreigenschaften des Modells so realistisch wie möglich zu bekommen, wird per Software die Masse des Vorbilds nachgeahmt. Das bedeutet, dass die Antriebsmotoren nicht voll beschleunigt bzw. gestoppt werden können, wie es mit einem gewohnten RC-Fahrregler der Fall ist. Vielmehr wird der mit dem Senderknüppel vorgegebene Wert “langsam” angefahren. Ein Beispiel: Das Modell steht und der Motorknüppel wird schnell auf “voll vorwärts” bewegt. Mit einem Fahrregler würde das Modell jetzt “einen Satz” machen und sehr schnell losfahren.

Hier drehen die Räder langsam hoch, das Modell fährt sanft an (wie im Original). Erst nach ca. 8 Sekunden (!) wird die volle Endgeschwindigkeit erreicht. Dasselbe gilt für das Abbremsen; bei “Knüppel auf Stop” bleiben die Räder nicht sofort stehen, sie drehen langsam aus. Die Zeit bis zum Stillstand ist hier aber kürzer, ca. 3 Sekunden. Im Original kann ein Fahrzeug schneller bremsen als Beschleunigen. So erhält man ein Fahrgefühl, als wenn man eine große Masse bewegt. Man muss Zeit mitbringen und sehr vorrausschauend fahren! Aber genau das ist das Ziel… es macht einfach tierisch Spaß!

Pendelachse und eine realistische, langsame Lenkbewegung

Das Modell wies im Originalzustand bereits eine pendelnd aufgehängte Lenkachse auf. Durch das Pendeln ist ein Ausgleich von leichten Unebenheiten im Boden kein Problem und es sind immer alle Räder am Boden. Das ist auch für das Funktionieren des elektrischen Differentials wichtig. Danke siku! Ebenfalls waren die Lenkausschläge ausreichend groß, so dass diese Achse ohne Änderungen übernommen wurde. Für die Fernsteuerung wurde aber natürlich ein Servo verbaut.

Auf die Servoachse kommt hier ein Ritzel, welches direkt auf die Zahnstange der Lenkung wirkt. Sehr robust und funktionell. Allerdings sind RC-Servos dafür gemacht, schnelle Bewegungen auszuführen, was hier eher störend wirkt. Im Original ist eine solche Lenkung in der Regel durch eine Hydraulik angetrieben, so dass ein Verfahren zum Vollausschlag sicher zwei Sekunden dauert. Und wer kann ein Lenkrad schon in weniger als einer Sekunde von “voll links” nach “voll rechts” drehen? 🙂

So wirkt hier für die Lenkung analog zum Fahrantrieb eine softwareseitige Geschwindigkeitsbegrenzung. Dies fühlt sich beim normalen Fahren ganz normal an. Für das langsame Rangieren ergibt sich zusammen mit der Massensimulation ein tolles, “träges” Fahrgefühl. Gleichzeitig ist auch extrem feinfühliges Steuern möglich. So macht rückwärts Einparken richtig Spaß!

Kupplung

Als Antrieb für die Anhängerkupplung wird das Getriebe eines Mikroservos genutzt. Der Motor wird in Serie mit einem Widerstand an festen plus oder minus 5V betrieben. So ist der Strom und damit auch die Servokraft begrenzt. Durch mechanische Anschläge reicht es, die Spannung eine Sekunde anzulegen: Das Kupplung bewegt sich zum Endanschlag. Auch im Falle eines Hindernisses kann so nichts passieren. Zum Beispiel, wenn die Öse der Anhängerdeichsel nicht genau getroffen wird. So muss man nicht umständlich mit Servosignalen hantieren.

Lexion Mähdrescher Modell 1:32 Basisfunktionen small
Lexion Mähdreschermodell im Maßstab 1:32

Meine Highlights

  • Ein tolles Modell, welches schon optisch durch Wucht und Präsenz punktet
  • Mit elektronischer Hilfe sehr vorbildgerechtes, behäbiges Fahrverhalten. Man spürt die große Masse, die man bewegt. Präzision geht hier vor Schnelligkeit. Schnell ist ein geparktes Auto gerammt, weil man den Bremsweg unterschätzt hat 😉
  • Mit dem Anhänger und der Kupplung kann Betrieb wie beim Lohnunternehmer durchgeführt werden:
    • Anfahrt zum Feld
    • Aufnehmen des Vorsatzgerätes, dann
    • das eigentliche “Mähen und Dreschen”, und schließlich
    • wieder aufladen, anhängen und
    • zurück zum Betriebshof.

So kann man manche Hobbystunde verbringen!



Kommentare sind geschlossen.