DHG 500 – Low-Cost Digitalisierung

Technische Daten

  • Spur 1 (Maßstab 1:32)
  • Abmessungen LüPxBxH: 300 x 95 x 135 mm
  • Gewicht: 1911 g
  • Anzahl Achsen: 3 (alle angetrieben)
  • Motor: Gleichstrommotor 24 V, Stromaufnahme < 0,5 A
  • Digitaldecoder: ESU LokPilot V4 54610 mit Lastregelung
  • Steuerung: DCC, 127 Fahrstufen
  • Funktionen:
    • Licht, Schlusslicht
    • Lüftergeräusch
    • Horn
  • Minimalgeschwindigkeit: 1 mm/s
  • Höchstgeschwindigkeit: ~60 cm/s

Ein gutes Einstiegsmodell

Die →DHG 500 C von →Märklin ist ein schönes und weit verbreitetes Diesellok-Modell. Auf →vielen Industriebahnen wurde und wird sie in verschiedenen Versionen und Farbgebungen eingesetzt.
Auch im →Maßstab 1:32 macht sie einen schönen und robusten Eindruck. Die Basis geht auf die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Wie so viele Exemplare, die z.B. im Internet →angeboten werden, war auch diese Lok für →Allstrombetrieb ausgelegt gewesen. Die Vorteile →digitalen Modellbahnbetriebs mussten also noch erschlossen werden.
Mit etwas Glück ist sie für ca. 100€ zu haben und bildet eine hervorragende Grundlage für Umbauten und Erweiterungen. Platz ist aufgrund der bulligen Kontur reichlich vorhanden.
Diese Lok ist allerdings eine Dauerleihgabe und muss irgendwann an den Eigentümer zurück (Danke Kelle!). Seit ein paar Jahren darf ich sie aber bereits nutzen. Daher war das Ziel, das Modell für wenig Geld zu digitalisieren. Das beginnt beim Motor, da ein Allstrommotor in der Regel nicht mit →lastgeregelten Decodern kompatibel ist.

Motorauswahl

Als Alternative zum Originalmotor sollte ein leichtlaufender Gleichstrommotor zum Einsatz kommen. In der Bastelkiste war noch ein 24 V-Motor vorrätig, der bei mittlerer Belastung einen Strom von ca. 0,5 A zieht. Das ergibt bei 20 V Digitalspannung (DCC) ca. eine Leistung von 10 W, was vollkommen ausreichend ist. Züge mit mehr als 14 Achsen sind nicht in der Planung 🙂

DHG 500 motor and gears

DHG 500: DC-Motor mit Getriebe

Das Bild zeigt den simplen Einbau des Motors. Dabei wird das vorhandene Getriebe weitgehend weiterverwendet.

Decoder

Nun braucht es noch einen Digitaldecoder, damit die Lok auf →DCC-Signale einer Zentrale hören kann. Da das Budget klein gehalten werden soll und der Motorstrom ebenfalls gering ausfällt, habe ich mich für den →ESU Decoder LokPilot V4 54610 entschieden.
Folgende →CV-Variablen (Reglerparameter) haben zusammen mit dem Motor zu sehr guten Fahreigenschaftengeführt:

  • CV 51: 0
  • CV 52: 0
  • CV 53: 140
  • CV 54: 50
  • CV 55: 100
  • CV 56: 255

Im Bild ist der Decoder im Modell zu sehen:

Low-cost Decodereinbau 🙂

→Im Video ist die langsame Geschwindigkeit bei der kleinsten möglichen Fahrstufe schön zu sehen.

Funktionen

Obwohl es sich bei dem verwendeten Dekoder um eine einfache Ausführung handelt, sind einfache Schaltfunktionen realisierbar. Folgende Funktionen wurden realisiert:

  • F0 Licht: Beim Licht wurden warmweiße 5mm-LEDs eingesetzt. Für das Schlusslicht kamen vier relativ dunkle, rote 3mm-LEDs zum Einsatz. Das sorgt bei Nachtfahrten für einen realistischen, “funzeligen” Eindruck. Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten des Decoders sind weißes und Schlusslicht aber nicht getrennt schaltbar. Streng genommen ist das bei Fahrt mit Wagen also nicht vorbildgerecht 🙂
  • F1 Geräusch (Lüfter): Da der verwendete Decoder keine Soundfunktion hat, musste eine günstige Alternative her. So wurde ein alter 5 V-Lüfter aus der Bastelkiste ausgewählt, der bei 20 V für ein ordentliches “Luftgeräusch” sorgt. Im Stand wirkt das sehr gut. Leider ist der Sound immer konstant. Eine Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit ist nicht möglich.
  • F2 Horn (Summer): Mehr als kleiner Gag gedacht ist der Elektronik-Summer als Lok-Horn. Aber dafür ist es Low-Cost 🙂

Qualm aus der Lok

Der Decoder ist eingebaut, die Lok fährt. Alles prima oder? Nach ungefähr 30 Minuten Betrieb riecht es nach “Elektronik” und aus den Ritzen des Lokgehäuses tritt Rauch aus. Die Lok fährt aber! Was war passiert? Genau kann ich es nicht sagen. Ich vermute aber, dass die →Freilaufdioden des →Motortreibers im Decoder für den verwendeten Motor nicht geeignet waren. Der aktuelle Motor dürfte eine für H0-Verhältnisse ungewöhnlich hohe →induktive Last aufweisen. So haben die Dioden überhitzt und sind durchgebrannt.
Normalerweise sollte man so einen Decoder nicht weiter einsetzen, da er weiteren Schaden nehmen oder andere Komponenten einer Anlage stören kann. Aber die Lok fährt trotzdem und mit sauberer Lastregelung einwandfrei und weitere Probleme wurden nicht festgestellt. Also bleibt das bis auf Weiteres so!
Hier noch ein Eindruck von dem Malheur:

Das passiert, wenn die Motorinduktivität zu groß ist…

Fazit

So stellt sich der Low-Cost-Digitalumbau folgendermaßen dar:

  • Standard-Spur 1-Lok im Originalzustand (ca. 100€, hier als Leihgabe)
  • Teile aus der Bastelkiste:
    • Motor: 5€
    • LEDs: ~3€
    • Summer: 1€
    • Lüfter: 2€
  • eigentlich unterdimensionierter H0-Dekoder: 35€
  • Kosten für digitale Lok mit ein paar Funktionen: < 150€ plus Umbauzeit

Dafür erhält man eine digitale Spur 1 Lok mit drei guten Funktionen. Der Zeitaufwand für den Umbau hält sich mit ca. 3h auch in Grenzen.

=> Empfehlenswert, zum Nachmachen empfohlen!



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