Folge 42: Bahnhofsbau – Teil 2

Im →ersten Teil zum Bahnhofsbau wurde bereits die Idee vorgestellt. Hier nun Teil 2 mit weiteren Fortschritten:

In →Teil 3 gehts dann um die letzten Details.

Mauerfugen

Im Videoclip ist “meine Fugentechnik” schön zu sehen: Zuerst die “Ziegelwand” dick mit “Mörtelfarbe” einstreichen. Die Plastikwand sollte natürlich entsprechende Nuten aufweisen:

Direkt nach dem Auftrag die Farbe mit einem angefeuchteten Schwamm abwaschen und gegebenenfalls noch mit Küchenpapier trockentupfen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Die Ziegel sollen schön sauber “rot” und nicht “verwaschen” sein, die Fugen aber in grau mit scharfem Kontrast.

Schließlich auf der vorbereiteten, getrockneten Wand mit etwas Pulverfarbe oder sehr trockenem Farbpinsel etwas Patina auftragen.

Fertig ist eine ansprechend gemauerte und gealterte Wand. Ganz ähnlich sind die Fugen an den unteren Sockelsteinen entstanden. Sehr einfach, aber mit tollem Effekt.

Dach und Wände

Beim Dach bin ich etwas anders verfahren. Das Originaldach des Bausatzes sah sehr nach glänzendem Plastik aus. Da ich den Effekt von alten, ca. 30 Jahre alten Dachziegeln ereichen möchte, soll das Dach absolut matt werden. Dazu habe ich schwarze, unverdünnte Abtönfarbe verwendet. Das Dach ist jetzt mattschwarz und ganz leicht rauh. Perfekt!

Auch hier habe ich wieder mit etwas Pulverfarbe “ge-weathert”. Diesmal für einen guten Kontrast mit Weiß und Sandfarbe, natürlich nur dezent und von oben nach unten. Der Schornstein ist wiederum mit der bekannten “Fugentechnik” behandelt:

Hier nochmal die behandelten Wände (noch ohne Sockelsteine). Auch sind die modifizierten Fenster schon drin:

Und nochmal, diesmal mit Sockelsteinen und den neuen Stützen für das Vordach:

Der mit “Holz” ausgebaute Balkonbereich wurde mit matt glänzender “Dreckbrühe” ebenfalls behandelt. Hier noch ohne das neue Geländer:

Bahnsteig

Wie in Teil 1 bereits zu sehen war, liegt der Bahnhof nebst Bahnsteig an einem Kurvengleis. Somit wird der originale, rechteckige Bahnsteig komplett umgestaltet. Der Bereich um das Bahnhofsgebäude kann noch mit dem mitgelieferten Pflastersteinen belegt werden. Darüber hinaus werden Bereiche, wofür keine Pflasterplatten mehr übrig waren, mit Gips bzw. Modelliermasse gespachtelt:

und nach dem Trocknen der Masse mit einem Meißel passend “geritzt”:

Nach dem betonfarbenen Anstrich sind die “Eigenbau”-Platten nicht mehr von den Bausatzplatten zu unterscheiden:

Natürlich braucht auch dieser Bahnsteig ein Geländer. Im Bausatz sind dazu recht schöne Elemente beigelegt. Für die Befestigung nehme ich Kohlefasestäbe, die mit Leim in die Styropor-Bodenplatte geklebt sind:

Die Zaunelemente klebe ich dann wiederum an diese “Pfähle”. Das ist sehr dezent und trotzdem stabil (mehr als es aussieht).

Glück gehabt! Es sind gerade so viele Zaunelemente dagewesen, wie ich für die knapp 140cm Bahnsteig brauchte:

Da die Anlage der Epoche V bis VI zuzuordnen ist, gibt es zum Bahnsteig noch die obligatorische weiße Sicherheitslinie:

Abkleben, malen, und fertig!

Änderungen am Bausatz

  • Die Fenster sind mit nur 1 Quersprosse ausgeführt. Ich möchte bewusst weg vom Charme des “Süddeutschen Looks”
  • Das hölzerne Balkongeländer mit gedrechselten Stützen wird durch ein modernes “Edelstahl”-geländer ersetzt
  • Ebenfalls wird die Holzdekoration im Giebel über dem Balkon weggelassen
  • Die hintere Gebäudeecke wird abgeschnitten, denn hier steht der Bahnhof direkt an der Wand. Das Gebäude ist hier eher ein Reliefgebäude:
im “Erdgeschoss” ist die Wandseite schon verkleidet. Im Dachbereich kommt noch ein besonderes Feature dazu… mehr dazu im Teil 3
  • Die Stützbalken des Vordachs sind mir ebenfalls zuviel “süddeutscher Look”. Sie sind durch schlankere Stahlsäulen ersetzt worden
  • Ein Innenausbau ist angedeutet, d.h. einige Wände habe ich mit bemalter Pappe eingezogen.
  • Gemauerte Bögen über den Fenstern, die dem Bausatz beilagen, habe ich nicht verwendet. So wirkt das Gebäude nicht wie aus 1950, sondern vielleicht aus 1970 (oder in den 70ern kernsaniert)
  • Die Originale Zugangstreppe (die auch zu klein gewesen wäre) habe ich den Möglichkeiten entsprechend durch eine Holzvariante ersetzt:
Die Holztreppe ist nicht direkt mit dem Bahnsteig verbunden, kann aber mit einem Magneten leicht angeclipst werden.
Die Treppe am Eingangsbereich. Später steht die gerade Kante rechts im Bild direkt an der Wand.
  • Wie schon erwähnt, sind Bahnsteigbereich mit Zaun etc. komplett neu entstanden
  • Die “50er-Jahre” Gardinen und Klebedekoration lasse ich ebenfalls weg

Stellprobe

Da durchaus mit Ladungen mit kritischem Lichtraumprofil gearbeitet wird, muss die Positionierung genau überprüft werden. Bei der ersten Durchfahrt reißt sonst die Dachrinne ab:

Fazit

Im Vergleich der Bausatzvariante mit der aktuellen Ausführung (die noch nicht fertig ist, mehr in Teil 3) sind die beschriebene Änderungen gut zu erkennen.

Das Gebäude wird unscheinbarer und zweckmäßiger und halbwegs zeitgemäß: Schon älter, aber durchaus in Gebrauch und nicht verfallen.

Mit ein paar zusätzlichen, modernen Accessoires wie Fahrplänen, DB-Schildern etc. wirkt das Gebäude nun wie ein in die Zeit gekommender, aber durchaus genutzer Nebenbahnhof. Ziel erreicht!



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