Folge 49 – Von der BR 55 zur Oldenburger G7 (Teil 3)

In den beiden vorangegangenen Teilen wurde →die Idee zum Umbau zur G7 vorgestellt sowie →die ersten Teilschritte für Kessel und Führerstand. Heute geht es nun um das Fahrwerk, die dazugehörigen Gestänge und die Zylinder mit der Lentz-Ventilsteuerung:

Das Fahrwerk

Die neuen Ausgleichsmassen

Ein vielleicht kleiner, aber doch markanter Unterschied zur BR55 sind die Ausgleichsgewichte. Diese sind zusammen mit den Speichen und der Nabe aus ein- und demselben Gussteil. Um die Geometrie des Gegengewichtes anzupassen, habe ich vom Gegengewicht 0,5mm abgefräst. Das war durchaus heikel. Bei einer Unachtsamkeit besteht durchaus die Gefahr, dass etwas verkantet und das Gussteil bricht. Das wäre natürlich eine kleine Katastrophe gewesen, aber es ist zum Glück alles gut gegangen.

Für die beiden Räder mit dem Treibstangenanschluss war es noch etwas schwieriger, weil ein erheblicher Teil des Gegengewichtes entfernt werden musste. Danach war viel Luft da, wo eigentlich Speichen hingehören. Also wurden nichttragende Speichen aus Kunststoff geformt. Damit war die Optik wieder hergestellt. Auf die Stabilität hat das keinen wesentlichen Einfluss. Alle Spalte und Lücken werden vor dem Farbauftrag verspachtelt und verschliffen. Eigentlich eine Riesenarbeit nur für andere Ausgleichsmassen… aber wenn einen die Begeisterug fürs Detail gepackt hat, gibt es kein zurück mehr 😉

Steuergestänge

Das Original Steuergestänge vor dem Umbau: Links deutlich zu erkennen der schwarze Zylinderflansch für die Ventil-Steuerstange. Dieser Bereich wurde dann auf die Lentz-Variante umgestellt. Eine weitere Änderung ist die Schwinge (Bildmitte). Im Original der BR55 ist die Kompressionsstellung “Mitte” fest eingestellt, also ist eigentlich gar keine Fahrt möglich 😉

Hier nun die umgebaute, farblich noch nicht behandelte Version. Der Ventilhebel ist über den Zylinder gewandert. Dazu wurde der Anlenkhebel (Bildmitte) nach obern hin verlängert. Bei der Schwinge (ein Bild weiter) ist der Anlenkpunkt nun aus der Schwingenmitte etwas nach oben gewandert, also vielleicht 50% Kompression. Das entspricht zum einen einer realisitischen Einstellung für “Fahrt”. Zum Anderen werden die Lentz-Ventilhebel auch wirklich vor- und zurückbewegt während der Fahrt und stehen nicht nur still. Das sorgt zusammen mit der guten Sichtbarkeit durch den höhergelegten Kessel zu einem großartigen optischen Eindruck.

Farbliche Gestaltung

In Anlehnung an andere Altbauloks wurden Fahrwerk und Gestänge komplett in rot gehalten. Ledigleich die Gelenke und Abschmierstellen wurden in grau farblich abgehoben. Die Zylinder werden im gleich RAL 6020 stumpfmatt wie der Kessel gehalten:

Die Zylinder

Anpassung der Geometrie

Ganz einfach: Entkernen, entzweisägen, verbreitern, anbauen, spachteln, schleifen und lackieren. Aber seht selbst:

Die Lentz-Ventilsteuerung

Die Lentz-Ventilsteuerung ist derzeit nur mit einem einfachen Messingröhrchen oberhalb des Zylinders nachgebildet. Hier fehlen noch die vier nach oben zeigenden Stutzen. Eventuell gibt es dazu später nochmal ein 3D-Druckteil.

Zusammenbau

Nun noch ein paar Eindrücke vom Zusammenbau nach fertiger Farbgebung:

Es →geht weiter in Teil 4.

Danke für euer Interesse wünscht



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