Folge 67: Digitalisierung einer V100

Hier zeige ich euch die Umrüstung einer betagten Spur 1-V100 mit Original-Allstrommotor auf Digitalbetrieb mit Sound:

Der Umbau

Im “Originalzustand” (also so, wie ich die Lok gebraucht erworben habe), sah sie so aus:

Also relativ stark bespielt. Die Griffstangen und Tritte sind teilweise schon abgebrochen und nicht mehr vorhanden. Das Innere sieht dagegen noch sehr unberührt aus:

Der Allstrommotor, der in dieser alten Version der V100 nur auf zwei Achsen eines Drehgestells wirkt, fällt gleich ins Auge. Unten daneben der Umpolmechanismus. Abgerundet wird die alte Ausstattung mit den beiden Lichtplatinen an den Enden und in der Mitte “im Tank”. Nachdem ich übergangsweise (für ca. 2 Jahre) einen uralten Märklin DCC-Decoder in der Lok hatte (der stammt noch →aus meiner T3), ergab sich dann die Möglichkeit, einen modernen Sounddecoder mit Lastregelung einzubauen. Es dauerte etwas, denn so ganz billig sind die Dinger ja nicht. Das tat auch Not, denn mit einem ungeregelten 15-Stufen Decoder ist ein →Automatikbetrieb →auf meiner kleinen Anlage unmöglich. Entweder die Lok fährt nicht los oder gleich viel zu schnell; dann bleibt sie nicht passend stehen. Die Lok war also eine ganze Zeit nur manuell zu fahren bzw. lag im Karton. Die Wahl fiel auf einen Loksound L von ESU. Dieser hat ausreichend Strombelastbarkeit für diese Lok, ist aber nicht ganz so teuer wie der “große” XL Decoder. Zudem passt er super in die Aussparung unten im Tank. So hat man noch viel “Luft” für spätere Sonderfunktionen in der Lok.

Der Umbau gestaltet sich zunächst so, dass der Allstrommotor und sämliche alte Elektronik rausfliegt. Dann wird ein Gleichstrommotor neu eingepasst (Johnson 12V, dürfte so 20-30W haben). Glücklicherweise passt das alte Ritzel auf die neue Motorwelle. Dieses wird also vorsichtig aufgepresst. Der Motor wird mit einem einfachen Blechstreifen am Drehgestellt verschraubt. Dann bleibt nur noch, einen Lautsprecher ins Gehäuse einzukleben. Ich habe hierfür die Lüfterlamellen mit dem Minischleifer “durchlässig” gemacht. Der Lautsprecher ist nun darunter montiert; eine MDF-Platte dichtet ihn gegenüber dem Gehäuse ab. So wird der akustische Kurzschluss vermieden und es ergibt sich eine gute Wiedergabe auch der Bassanteile im Sound. Als Lautsprecher kommt ein Visaton BF 45 S mit 4 Ohm zum Einsatz. Dieser hat ebenfalls für gute Basswiedergabe eine extrabreite Sicke, und das bei nur 45mm Durchmesser.

Für die Elektrik sind die folgenden Decoderverbindungen herzustellen:

  • DCC Gleis links
  • DCC Gleis rechts
  • Motor +
  • Motor –
  • Lautsprecher +
  • Lautsprecher –

Weitere Funktionen wie Lichter lasse ich erstmal weg (den Grund dazu erfahrt ihr weiter unten).

Zum Schluss bekommt die Lok noch eine Alterung mit den schon →vom Altern des Containers bekannten Pulverfarben:

Fazit

Wie auch im Video zu sehen, sind die Langsamfahreigenschaften nun ein absoluter Genuss. Die Motoranpassung war schnell gemacht; die Werkswerte passten schon auf Anhieb fasst 100%ig. Auch das ESU-Geräusch in der Version 5 ist toll gemacht. Eigentlich müsste man nur noch die fehlenden Tritte und zB Lichter ergänzen und hätte eine schöne V100 mit guten Laufeigenschaften, aber …

… eigentlich ist die V100 zu alt für meine Epoche (und es fahren ja schon zwei Museumszüge auf meiner Anlage herum :-). An sich suche ich nämlich eine moderne Diesellok… Passenderweise gibt es im Original die “DH”-Loks von Vossloh, welche auf den alten V100-Chassis aufbauen und ein tolles Vorbild auch für die MoBa darstellen:

→Bild einer DH1004 auf Wikipedia

Und daher habe ich den nicht terminierten Plan, diese Lok in einigen Jahren mit einem solchen Aufbau umzurüsten. Der Aufbau ist ja weitgehend “eckig” und sollte daher zu bewältigen sein. Diese Neubaulok soll dann auch die übliche Lichterführung bekommen. Bis dahin darf die “abgeranzte” V100 aber weiterhin ihren Dienst tun.

Bis es mit dem Umbau soweit ist, werden aber noch viele andere Beiträge zu lesen sein bei

🙂



2 Antworten zu “Folge 67: Digitalisierung einer V100”

  1. Bernd Edeler sagt:

    freue mich auf den Fahrbetrieb

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